06.07.11
BAUR Triathlon – Jedes Jahr was neues…
Wettkampftag hieß es am 12.06.2011 – Wie jedes Jahr fand auch heuer wieder am Pfingstsonntag die mittlerweile 11.Auflage des Kaufwelt BAUR-Triathlon in Altenkunstadt und Weismain statt. Mit insgesamt sieben Athleten auch wir wieder mit von der Partie.
Das Mitte-Juni-Wetter zeigte sich an diesem Sonntag von seiner besten Seite und so fanden sich auch dieses Jahr wieder einige Triathlonbegeisterte in der Wechselzone von Altenkunstadt zusammen um sich in den Main zu stürzen und einen wirklich gut organisierten Dreikampf zu bestreiten. Leider war aufgrund der Konkurrenzveranstaltung in Kulmbach das Starterfeld nicht ganz so zahlreich wie die Jahre zuvor. Trotzdem konnten über 100 Triathleten und 16 Staffeln auf dem Marktplatz in Weismain finishen.
Da unser bester Haifisch in der Toskana weilte, war es für uns startende 48er doch eine rundum gute Nachricht, dass vor Beginn des Wettkampfes eine auf 1000m verkürzte Schwimmstreck ausgelobt wurde. Aufgrund der vorangegangen Schlechtwettertage hatte der Main nur die Chance sich auf zapfige 15,8°C zu „erwärmen“. So konnte auf den Gesichtern von Tanja Neubauer, Cora Hofmann, Udo Fischer, Marcus Beland, Stefan Oester, Steffen Ehrlich und meiner Wenigkeit, Philipp Kamp, ein kleines Lächeln vernommen werden. Wobei mein Lächeln wohl ein bisschen kleiner als das von Steffen ausfiel. Nachdem er mich in Amberg um 31 wurmende Sekunden schlagen konnte, sollte unser kleiner vereinsinterner IRONWAR hier Runde 2 gehen. Da mehr Schwimmmeter mehr Vorsprung auf Steffen bedeutet hätten, wusste ich, dass heute ein hartes Laufduell herhalten musste um einen Ausgleich zu erzwingen. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt…
Zunächst gingen die Damen und die AK60er ins Rennen. Auf der Wendepunktstrecke konnte sich Juliane Straub am besten in Szene setzen und unterstrich mit über einer halben Minute Vorsprung auf die Zweitplatzierte ihre Dominanz. Unseren Damenwettstreit führte nach dem Schwimmen Tanja an. 1:42min später konnte auch Cora aufs Rad wechseln. Die machte gleich Druck und zeigte, dass sie neben Ihrer bekannten Laufstärke auch in der zweiten Disziplin nicht mehr zu den Anfängern zählt. Aber Tanja gab nicht klein bei und konnte die Vereinsführung ca zwei Radrunden verteidigen. An neunter Stelle liegend bog Cora gute zweieinhalb Minuten vor Tanja in T2 ein. Bis zum Zielstrich konnte Tanja nicht mehr rankommen aber palzierte sich mit einer guten Laufleistung in 2:37:15h auf dem 12.Platz. Cora konnte sich über Platz 9 und eine Endzeit von 2:32:47h freuen. Das Rennen der Frauen konnte sich die oben erwähnte Erlangerin Juliane Straub mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg sichern. Nach dem unglücklichen 3.Platz des Vorjahres standen diesmal für sie Bestzeiten in allen drei Disziplinen und 2:08:56h im Haben, was Platz 16 gesamt bedeutet.
Zehn Minuten nach dem Frauenstart wurde es für die Herren der Schöpfung ernst. Als Favoriten für den Gesamtsieg wurden Vorjahressieger Andreas Dreitz, Alexander Haas von der TSG Roth oder Benedikt Deichsel gehandelt. Da kein Name von uns fiel konnten wir also befreit startenJ.
Als der Startschuss fiel, wurden wieder alle guten Vorsätze eines kontrollierten Anschwimmens über Bord geworfen und losgehetzt. Stefan und Marcus starteten gemeinsam mit mir von rechts, wobei Stefan gleich abfiel und Marcus kurz darauf auch abreißen ließ. Nach einem Gehaue wie ich es selten zuvor erlebt hatte, war der Wendepunkt schnell erreicht. Mit einer Schwimmzeit von 16:45min war ich als erster 48er dem kühlen Nass entstiegen. 1:34min dahinter begann für Marcus der Radpart. Mit einem astreinen Schwimmen konnte Stefan mit 18:33min dicht folgen. Vierter im Bunde war Steffen und dahinter Udo. Auf dem Rad war die Taktik für mich klar: den Vorsprung solange wie möglich halten um hinten raus nicht zu viel auf Steffen zulaufen zu müssen. Nach Runde 2 von 4 Runden war ich überrascht da meine Führung nur unwesentlich kleiner wurde. Doch in Runde 3 machte Marcus ernst und griff an. Der war eine Woche zuvor noch am Gardasee zum Mountainbiken und konnte einen ordentlichen Druck vorweisen. Ich blieb zunächst dran, hatte aber seinen Radbeinen heute nichts entgegen zu setzen. In superstarken 1:10:29h konnte Marcus den Radkurs absolvieren und war als Erster von uns auf der Laufstrecke. Bis Steffen mich überholen konnte dauerte es noch bis zum Wendepunkt in Runde 4. Ich setzte nun alles aufs Laufen und ließ auch ihn ziehen um Körner zu sparen. Aber das war heute überflüssig. Denn auf dem Weg zurück Richtung Baiersdorf kam der Schock. Nach einem kurzen Blick auf den Tacho schaute ich nach vorn und sah Steffen 2 Meter neben seinem Rad liegen. Bei einem kurzen Ausritt neben der Fahrbahn stürzte er mit Tempo 60 beim Versuch zurück auf die Straße zu gelangen auf den groben Asphalt. Ich und noch eine Sportlerin hielten sofort. Wir riefen vorbeifahrenden Athleten zu im nächsten Ort den Rettungswagen zu alarmieren und kümmerten uns solange um Steffen. Einige Schürfwunden, starke Schmerzen und eine tiefe Wunde am Arm bedeuteten für ihn das Aus. Ca 2 Minuten später war der Krankenwagen vor Ort und ich konnte den Wettkampf fortführen. Zwar war der Rhythmus weg aber ein enteilter Marcus war Motivation genug um nochmal alles zu geben.
Stefan konnte mit einer soliden Radleistung seinen Vorsprung auf Udo bis in T2 mitnehmen. Allerdings verkürzte Udo seinen Rückstand mit 1:17:12h bereits um fast eine Minute. Und dass er laufen kann ist bekannt. So gab Udo nochmal Gas, haute eine hohe 45er Zeit raus und machte nochmals über 1:15min gut auf Stefan. Der wiederum konnte dagegenhalten und aufgrund seiner Schwimmleistung mit immerhin noch 2min-Vorsprung auf Udo in 2:23:44h finishen, was Platz 51 hieß. Udo lief mit 2:25:44h auf Platz 57 als 5. in seiner AK ein.
Als ich in der Wechselzone ankam, war Marcus schon 3min weg genau wie meine läuferische Leichtigkeit. Die ersten 2km gingen wirklich schwer. Nach einer kurzen Anhöhe konnte man dann weit nach vorne auf die Laufstrecke blicken. Als ich den Beißer und die weiße Kappe von Marcus sah kam endlich der erhoffte Schub. An der Verpflegungsstelle kurz vor Weismain musste er kurz gehen und ich konnte vorbeiziehen. Nach 2:13:05 überquerte ich den Zielstrich und Marcus knapp zwei Minuten dahinter. Er konnte somit trotz Magenprobleme noch den 4.Platz seiner AK einheimsen.
Ein zunächst befürchteter Ellenbogenbruch bei Steffen bestätigte sich glücklicherweise nicht. Nach ein paar Tagen Trainingspause kann auch er wieder mitmischen, was neben den guten Platzierungen unserer 48er eigentlich die schönste Nachricht des Tages war.
Gesamtsieger wurde wie im Vorjahr Andreas Dreitz, dem auf dem Rad und beim Laufen keiner folgen konnte. Mit 1:49:15h hatte er mehr als fünf Minuten Zeit um sich im Ziel vor dem Zweiten Alexander Haas feiern zu lassen.
Bericht: Philipp Kamp